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Einleitung

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsübersicht

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1.) Stohn heute

2.) Verzeichnis der Personen mit dem Geburtsnamen Stohn

3.) Stammbäume der Stohns

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4.) Entstehung des Nachnamen Stohn

5.) Herkunft der Stohns

6.) Herkunftsorte der Vorfahren Stohn

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7.) Auswanderung von Stohns

8.) Statistik

9.) Zukunft des Nachnamen Stohn

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7. Auswanderung von Stohns

Ritter
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10.) News

11.) Links

12.) Allgemeines zum Thema Vorfahren

Globus alt
Segelschiff

Zwischen 1700 u. Anfang des 20. Jahrhunderts wanderten Europäer vor allem in die USA aus. Die meisten in der Zeit von 1836 bis 1914, nämlich über 5 Millionen. Auch wir Stohns waren dabei. Die Menschen fliehen vor Hunger, Armut und Verfolgung mit der Hoffnung auf ein besseres Leben und dafür nehmen sie ungeheure Strapazen und monatelange Reisen auf sich.Tausende Menschen wollen und müssen weg. Einige fliehen vor politischer Verfolgung. Viele treibt der unstillbare Drang nach Selbstverwirklichung; aber in Millionen von Fällen verlassen die Menschen ihre  Heimat nur aus einem einzigen Grund: aus einer heute unvorstellbar großen Armut. Das Leben der Landbevölkerung ist besonders hart. Anfang des 19. Jahrhunderts steigt die Bevölkerungszahl. Die Erträge der kargen Böden ernähren vielerorts die Menschen nicht mehr. Die Situation ist trostlos. Unterkünfte in verfallenen Hütten, nichts zum Heizen, katastrophale hygienische Zustände, vor allem aber Hunger. Der Taglohn eines Zimmermanns sinkt auf 90 Pfennige. Ein Müller bringt es gerade auf etwa 36 Taler im Jahr. Die Bauern verdienen sich durch Kräutersammeln ein paar zusätzliche Groschen oder weben in Heimarbeit Stoffe oder flechten Körbe.
Dann ab ca. 1840 hält auch in Deutschland das Maschinenzeitalter Einzug. Dampfmaschinen treten ihren Siegeszug an und die mechanische Massenproduktion verdrängt die herkömmliche Handarbeit. Die Produkte, für die die ganze Familie in mühsamer Heimarbeit schuftet, finden keine Abnehmer mehr. Die Verarmung ganzer Landstriche ist nun nicht mehr aufzuhalten. Teile von Thüringen und Sachsen, das Erzgebirge, Vogtland, auch der Harz: überall ist es gleich schlimm. Die Menschen leben von der Hand in den Mund. Zu allem Übel kommen heute unvorstellbare Plagen über das Land: Dürren, Nässe und Hagelwetter. Schließlich eine Mäuseinvasion. 1817 kommt es zur ersten großen Hungersnot. 35 Jahre später, am 26. Mai 1852, verwüstet Hochwasser das Land. Die Lebensmittelpreise schnellen in die Höhe. Die Regierung denkt darüber nach, die Ärmsten in Arbeits-Kolonien abzuschieben.
Auch wer arbeitet, hat keine Chance, menschenwürdig zu überleben. Holzdiebstahl und Wilderei werden alltäglich. Tausende Handwerker und Heimarbeiter verkaufen ihre kleinen Anwesen: Mit dem Geld finanzieren sie sich die Überfahrt nach Amerika. Sie verbinden damit ihre letzte Hoffnung auf Zukunft. Aus fast allen Orten des Gebiets kehren mindestens 15 Prozent der Menschen ihrer Heimat den Rücken - gleich ob Zimmerleute, Bäcker, Tagelöhner. Wer im Hafen Platz auf einem der 500-Tonnen-Segler findet, wird meist zusammengepfercht zwischen der Ladung transportiert. Sieben bis 12 Wochen dauerte eine Seereise. Seekrankheit, Ruhr, Geschwülste, Skorbut plagen die Passagiere. Viele Passagiere sterben. 5,5 Millionen Deutsche verlassen ihre Heimat Richtung Übersee. Doch schon in den Nordseehäfen geraten die Menschen aus der Provinz in einen verwirrenden Strudel von Auswanderern, Abenteurern und Geschäftemachern…
Tausende hoffen auf Erfolg, Wohlstand und Ruhm. Sie geben alles auf, verkaufen Haus und Hof, um eines der begehrten Überfahrttickets zu bekommen. Sie brechen alle Brücken hinter sich ab und sind damit leichte Beute für Beamte, Betrüger und Geschäftemacher. 60 Taler kostet ein einziges Ticket.
Es ist heute kaum noch vorstellbar, was es hieß, sich mit der ganzen Familie und Gepäck auf den Weg zu machen, um einen Hafen an der Küste zu erreichen. Eisenbahnen gibt es noch nicht, und Postkutschen sind für die meisten Auswanderer unerschwinglich. Also macht man sich mit kleinen Handkarren auf den Weg zum nächsten schiffbaren Fluss. Wenige können sich die komfortable Passage über Elbe und Weser auf einem der Raddampfer leisten. Ärmere nehmen einen Last- oder Marktkahn; und im Frühling hoffen viele Mittellose darauf, umsonst auf einem Floß nach Bremerhaven mitgenommen zu werden. Doch selbst wer auf dem sicheren Weg zum Hafen ist, hat das Schlimmste immer noch vor sich. Denn auch das lange Warten im Hafen kostet Geld. Die Stadt Bremerhaven beginnt, von den Armen zu leben. Sie bietet Massenunterkünfte und verkauft überteuerte Waren an die Abhängigen. So sind viele Auswanderer schon mittellos, wenn endlich ein Schiff abfahrtbereit am Kai liegt. Selten aber erbarmt sich ein Kapitän und nimmt Leute umsonst mit über den Ozean. Es werden penibel Listen geführt, wer mit wie viel Gulden das Land verlässt. Manch einer reist mit 14.000. Andere bekommen kaum die vorgeschriebenen 100 zusammen. Einige verdienen gutes Geld damit, Überfahrten zu vermitteln. Schnell erkennen geschäftstüchtige Unternehmer, dass mit den Auswanderern ein gutes Geschäft zu machen ist, nicht nur in den Häfen, auch in der Heimat lässt sich viel Geld an der Armut verdienen. Es entsteht ein eigener Markt. Agenten werben Ausreisewillige.
Als sich die Eisenbahn durchsetzt, ändert sich die gesamte Logistik der Auswanderung. Jetzt wird alles effektiv geplant, Reisezeiten von Zug und Schiff aufeinander abgestimmt. Von nun an können Reisewillige in kürzester Zeit befördert werden. Gute Agenten begleiten die Auswanderer bis zur letzten Minute. Betrüger dagegen geben sich als erfahrene und zuverlässige Angestellte großer Agenturen aus, kassieren Handgeld als Vorschuss und verschwinden.
In Bremen gründen unterdessen Reeder die Agentur und Schifffahrtslinie "Norddeutscher Lloyd". Wichtigstes Geschäftsziel ist, an den Auswanderern zu verdienen. Als erste Agentur setzt der "Norddeutsche Lloyd" sogar ausschließlich Dampfschiffe ein. Das Unternehmen wächst ständig, übernimmt auch Antransport , Verpflegung, Übernachtung und Abfertigung. Alleine diese Gründung schafft Tausende neue Arbeitsplätze in Bremerhaven. Als immer mehr Menschen hoffnungsvoll und leichtfertig in die Fremde ziehen, wird es gleichzeitig auch immer schwerer auszuwandern; denn nun wird das Einreiseland USA wählerisch: Die USA verschärfen ihre Einreisebestimmungen: Nicht erwünscht sind Menschen mit: "…Epilepsie, Geisteszerrüttung, Blödsinnigkeit, verwachsene(n) Glieder(n), schwangere Frauen ohne Männer, alleinstehende Frauen mit Kindern, Taubstumme…"
Die Zeiten der winzigen 500-Tonnen-Segler, als Auswanderer unter erbärmlichsten Bedingungen zwischen der Ladung transportiert wurden, sind vorbei. Auch Ruhr und Skorbut hat man jetzt halbwegs unter Kontrolle. Aber auch die Überfahrt auf umgebauten Viehtransportern ist kein Vergnügen, wenn auf einmal aberhunderte Passagiere in den riesigen Zwischendecks seekrank werden. Und viele Auswanderer sind nur schlecht auf die Überfahrt vorbereitet.
Nach so vielen Strapazen ist der Anblick von Ellis Island, der amerikanischen Quarantäne- und Einwanderungsinsel, wie das Auftauchen einer Oase in der Wüste. Aber noch ist das ersehnte Land nicht wirklich erreicht. Die Aufnahmeprozeduren werden von Jahr zu Jahr strenger. Manchmal müssen Familien noch wochenlang auf Ellis Island ausharren. Nicht wenige werden wieder zurückgeschickt, weil sie zu schwach und bedürftig erscheinen - oder weil sie unliebsam auffallen.
Gleich nach Ankunft der Auswanderer werben Baumwollfarmer, Plantagenbesitzer und Fabrikanten um die Neuankömmlinge. Viele Mitteldeutsche haben sich von den Versprechen der boomenden amerikanischen Wirtschaft zur Auswanderung verlocken lassen: Die USA brauchen angesichts des industriellen Aufschwungs qualifizierte Arbeitskräfte ohne Ende. Also werben sie mit Annoncen in mitteldeutschen Zeitungen damit, dass Reisewilligen die Überfahrt bezahlt wird. Die Kosten allerdings müssen die dann oft über viele Jahre abarbeiten. Nur für wenige wird Amerika zum Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Auswanderungshäfen waren vor allem Antwerpen, Bremen, Le Havre, Rotterdam und Hamburg. Dort wurden die Auswanderungswilligen in Passagierlisten eingetragen. Orginale sind vor allem in Hamburg noch fast vollständig erhalten.

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Liste der mir bekannten in die USA ausgewanderten Stohns Quellen: Passagierlisten von 1850 - 1934 im Hamburger Staatsarchiv, Unterlagen des Historischen Museums Bremerhaven

Anzahl der bisher bekannten in die USA ausgewanderten Stohns:  25

NAME

ALTER

BERUF

HERKUNFT

ABFAHRTSHAFEN

ANKUNFTSHAFEN

ANKUNFT

SCHIFF

KAPITÄN

Anna Stohn

Auguste Stohn

Carl Stohn

Carl Stohn

Elise Stohn

Eduard Stohn

Emil Stohn

Eunny Stohn

Georg - Nic. Stohn

Gustav Stohn

Hans E Stohn

Ida  Stohn

Jacob  Stohn (Stone)

Johanne Stohn

Joh. Stohn

Joseph Stohn (Stone)

Karl Stohn

Louise Stohn

Mathe  Stohn

Max  Stohn

Oscar  Stohn

Otto Stohn

Paul Stohn

Richard  Stohn

Robert Stohn

18

27

24

50

29

 

16

 

22

24

 

44

21

20

20

22

19

2

16

6

5

28

 

 

Schumacher

Bildhauer

 

 

 

 

Bauer

Techniker

 

Ehefrau

 

 

Kaufmann

Bäuerin

weiblich

Kind

Kind

Kind

Kind

Kaufmann

Schweiz

Deutschland

Deutschland

Sachsen/Deut.

Trottingen/Deut.

Deutschland

Sachsen/Deut.

Deutschland

Sonnenfeld/Deut.

Sachsen/Deut.

Deutschland

Sachsen/Deut.

Daugai/Lithauen

Deutschland

Trottingen/Deut.

Daugai/Lithauen

Deutschland

Munchweiler/Deut.

Deutschland

Deutschland

Sachsen/Deut.

Sachsen/Deut.

Sachsen/Deut.

Vereinigte Staaten/US Bürger

Daugai/Lithauen

Bremen

Bremen

Bremen

Hamburg/LeHavre

Bremen/Southampton

Bremen

Hamburg/LeHavre

Bremen

Bremen

Hamburg

Bremen

Hamburg/LeHavre

Bremen

Bremen/Southampton

Antwerpen

Antwerpen

Bremen

Bremen

Hamburg/LeHavre

Hamburg/LeHavre

Hamburg/LeHavre

Bremen

New York

New York

New York

New York

New York

USA

New York

USA

New York

New York

USA

New York

USA

Baltimore

New York

USA

New York

New York

New York

New York

New York

New York

New York

New York

USA

31.10.1885

04.09.1884

18.06.1887

06.10.1880

10.05.1864

27.10.1903

09.05.1881

27.10.1903

16.09.1852

23.10.1883

27.10.1903

09.05.1881

19.11.1882

10.05.1864

14.04.1881

29.05.1885

11.06.1872

04.09.1884

09.05.1881

09.05.1881

09.05.1881

11.09.1882

Passagieliste Suevia

Link zur Passagierliste von Ida, Emil, Oscar, Otto u. Paul Stohn

Passagieliste Suevia
Passagieliste Suevia

Link zur Passagierliste von Carl Stohn

Link zur Passagierliste von Gustav Stohn

In Hamburg sind in einem Archiv (Hamburger Staatsarchiv) die Passagierlisten erhalten. Derzeit werden alle Listen ausgewertet. Die Einträge werden in einer Datenbank erfasst. Diese wird laufend erweitert. Erfasst sind bisher die Jahrgänge von 1890 - 1900. Suchanfragen über diesen Link sind möglich:

Auswanderungshafen Hamburg

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Staatsarchiv Hamburg

Neben dem Amerika-Kai entstehen 1892 die Auswanderer-Unterkünfte der Hamburg-Amerika-Linie

Im Jahre 1847 wird in Hamburg die HAPAG (Hamburg-Amerikanische-
Paketfahrt- Aktien-
Gesellschaft) gegründet. Viele neue Schiffe werden in Dienst gestellt. Das Auswanderergeschäft trägt wesentlich zum Aufstieg der neuen Schiffahrtslinie bei. Im Jahre 1900 wird Hamburg als bedeutendster Auswandererhafen Deutschlands angesehen. Zwischen 1836 und 1914 verlassen über vier Millionen Menschen über die Hansestadt den Kontinent

 

Hamburg wirbt mit den guten Unterbringungsmöglichkeiten in den Auswandererhallen auf der Veddel. Dort werden die Auswanderer zwar kaserniert, für geordnete und hygienische Verhältnisse ist aber gesorgt.

Die Auswanderer können Hamburg auf dem Flußweg und seit 1847 auch per Bahn erreichen. Aber Hamburg merkt später als Bremen, wie einträglich das Geschäft mit den Auswanderern ist. In den Jahren 1841 bis 1846 wandern 115.000 Menschen über Bremen aus. In Hamburg schiffen sich nur 11.000 Personen ein.

Auswanderungshafen Bremen

Die europäische Auswanderung nach Amerika läuft anfangs vor allem über Le Havre, Antwerpen und Liverpool.
In Deutschland hat Bremen einen guten Ruf als Auswandererstadt, denn hier verpflichtet ein Auswanderungsgesetz die Reeder, ein Mindestmaß an Proviant und Platz zur Verfügung zu stellen.

 

Die Überfahrt

Elbe

Oder

Saale

Gellert

Hansa

SS Kronprinz Wilhelm

Suevia

SS Kronprinz Wilhelm

Zaretan

Westfalia

SS Kronprinz Wilhelm

Suevia

Hermann

Hansa

Zuland

Pennland

Ocean

Oder

Suevia

Suevia

Suevia

Oder

Hamelmann

Sander

Richter

Kuhlewein

Vonsanten

 

Franzen

 

Chase

Hebich

 

Franzen

Bauer

Vonsanten

Weyer

Weyer

Gardes

Sander

Franzen

Franzen

Franzen

Unduetsch

Zu Hunderten im Zwischendeck - kein Licht, kaum Luft und viele Krankheiten Die Überfahrt - ein Horrortrip Von 1836 bis 1914 wanderten vier Millionen Menschen über Hamburg nach Amerika aus. Die Auswanderer brauchen außer Geld vor allem eines: unendlich viel Geduld.Für manche - wie beispielsweise die Emigranten aus dem osteuropäischen Raum - ist bereits die Reise nach Hamburg eine Strapaze, danach folgt das schier endlose, oft entwürdigende Prozedere im Hafen. Wenn die Reisenden dann endlich mit Tendern zu ihren Schiffen gebracht werden, kommen viele von ihnen vom Regen in die Traufe.
Vor allem in den frühen Jahren der Auswanderung wird die Reise oft zu einem echten Horrortrip. Die Menschen sind zu Hunderten auf engstem Raum im Zwischendeck eingepfercht - und das für Monate. Manche Reeder lassen aus Habgier noch ein weiteres Deck einbauen, das sogenannte Orlopsdeck. Luft und Licht sind unterwegs Mangelware, viele Reisende leiden unter ständiger Seekrankheit. Masern, Scharlach und Keuchhusten grassieren auf fast jeder Reise, manchmal auch Typhus oder Cholera. Wegen der unzureichenden Konservierungsmöglichkeiten verderben unterwegs viele Lebensmittel, oft ist schon auf der Hälfte der Strecke das Brot schimmelig, die Butter ranzig, das Wasser abgestanden. Die Stimmung wird während der monatelangen Überfahrt immer schlechter, es gibt fast täglich Streit und handfeste Übergriffe.
Kinder kommen zur Welt, andere sterben und werden auf See bestattet - meist bleibt es bei einem flüchtigen Versenken.
In seinem "Brieftagebuch einer Überfahrt" schildert ein Passagier 1837 die Zustände in einem Zwischendeck. Demnach ist direkt neben den eng beieinander liegenden Kojen das Gepäck der Auswanderer meterhoch aufgestapelt, und es bleibt kaum Platz, daran vorbeizugehen. Er schreibt: "Denke Dir nun in diesem Raum bei schlechter Witterung 100 und ungefähr 10 bis 15 Auswanderer eingeschlossen, denke Dir ihre Ausdünstungen, das Lachen, Toben, Übergeben, Lamentiern, Kinderschreien etc. etc. und Du wirst dann ein ziemlich getreues Bild dieses Raumes haben." Allein im Winter 1847/48 sterben auf den Schiffen angeblich 20 000 Menschen, verbucht ist, daß auf einer 70tägigen Fahrt der zur Sloman-Reederei gehörenden "Leipnitz" von Hamburg nach New York 100 Reisende ihr Leben lassen.
Wohlhabenden Passagieren ergeht es in ihren "Cajüten" natürlich ganz anders. Die "Leipziger Illustrierte" von 1850 berichtet: "Für die größte Bequemlichkeit der Reisenden in den Salons ist aufs Beste durch Sophas, große und kleine Tische, Spiegel, einen Ofen usw. gesorgt. An Leinenzeug ist so reichlicher Vorrath, daß Bettwäsche und Handtücher (...) dreimal wöchentlich gewechselt werden. Die Tafel läßt mit Rücksicht darauf, daß man sich auf See befindet, nichts zu wünschen übrig." Zwei Faktoren sind schließlich dafür ausschlaggebend, daß sich die Zustände an Bord erheblich bessern: strenge Auflagen für Reedereien und Kapitäne und das Aufkommen der Dampfschiffahrt. 1868 gibt es die erste Medizinkiste an Bord, seit 1887 endlich auch einen Schiffsarzt. In einem "Amtsblatt der freien und Hansestadt Hamburg" von 1887 wird unter anderem angeordnet: "Auf jedem Schiff muß mindestens ein erfahrener Koch für die Zwischendecks-Passagiere sich befinden (...) Dabei ist die Einrichtung zu treffen, daß stets für je fünfzig männliche und fünfzig weibliche Passagiere ein Abort zu deren ausschließlichem Gebrauch dient. Auf jedem Schiff müssen sich mindestens zwei (...) Hospitalräume befinden." 1879 verläßt zum letzten Mal ein Auswanderer-Segler Hamburg, danach übernehmen Dampfschiffe die Fahrten. "Titanic"-Experten wissen: Bei der Unterbringung herrscht zwar immer noch krasse Ungleichheit, aber die Reise nach New York dauert nun "nur" noch knapp vierzehn Tage.
Die Überfahrt in die neue Heimat verliert damit langsam, aber stetig ihren Schrecken.

Segelschiff Deutschland

Die „Deutschland“, das erste Schiff der HAPAG

Zur Zeit der Segelschiffe herrschen an Bord oft katastrophale Zustände. Auswanderer steckt man in das enge und dunkle Zwischendeck, das meist nur 1,80 m hoch ist. Häufig werden mehr Passagiere als erlaubt untergebracht, der Proviant ist schlecht und nicht ausreichend, die Behandlung entwürdigend.

 

Um die Jahrhundertmitte kommt es vor, daß bis zu einem Fünftel der Passagiere die Überfahrt nicht überlebt.Um den Ruf Hamburgs als Auswandererhafen zu heben,erläßt der Hamburger Senat scharfe Vorschriften zum Schutze der Auswanderer. Sie sollen Verpflegung,ausreichend Platz und ärztliche Versorgung während der Fahrt garantieren.

Parallel zur Durchsetzung der Dampfschiffahrt verbessert sich seit 1870 die Situation der Auswanderer. Die Zwischendecksunterkünfte sind immer noch beengt, aber die hygienischen Verhältnisse sind nicht mehr so katastrophal wie auf den Segelschiffen.

 

Essensausgabe auf Deck

Die Reisenden der 1. Klasse vergnügen und erholen sich während der Überfahrt in besonderen Gesellschaftsräumen und Sonnendecks. Die Auswanderer dürfen diese nicht betreten und sich nur für begrenzte Zeit an Deck aufhalten. Sie wissen nicht, ob sich in der Neuen Welt ihre Hoffnung auf ein besseres Leben erfüllen wird.

 

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Die Großschiffe fahren rentabel, weil die Zwischendeckspassagiere wenig Platz beanspruchen und dafür relativ viel bezahlen. Der HAPAG-Direktor Albert Ballin sagt zugespitzt: "Ohne Zwischendeckspassagiere wäre ich innerhalb weniger Wochen bankrott." Verbreitet ist die indirekte Auswanderung von Hamburg über Liverpool nach New York. Den größten Verdienst streichen dabei englische und amerikanische Reeder ein.

 

An Bord der Ozeanriesen, die seit 1895 eingesetzt werden, sind die Auswanderer strikt von den wohlhabenden Reisenden getrennt. Aber die Konkurrenz der Reedereien hebt auch die Standards bei der Unterbringung und Verpflegung der Zwischendeckspassagiere.