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Freiberg ist eine über 800jährige Bergstadt mit einer reichen Geschichte. Sie liegt zwischen Dresden und Chemnitz am Nordrand des Erzgebirges. Wenige Kilometer nördlich von Freiberg beginnt das
mittelsächsische Hügelland.
Als im Jahre 1168 unter Markgraf Otto dem Reichen an der Erdoberfläche erste Silbererzfunde gemacht wurden, ahnte man kaum, daß damit eine der größten Silbererzlagerstätten
Europas entdeckt worden war. Markgraf Otto, dem die Geschichtsschreibung wegen des großen Silberreichtums den Namen "Otto der Reiche" gegeben hat, führte die Bergfreiheit ein und gründete am Ort des ersten
Erzfundes eine "Stadt auf dem freien Berge". Die Bergfreiheit wurde namensgebend für die Stadt Freiberg.
Im Osten der Stadt erstrecken sich heute die Haldenzüge des Lehr- und Besucherbergwerkes
"Reiche Zeche". Hier, wo bis 1969 noch Bergbau umging, besteht für den Touristen die Möglichkeit, den historischen Silberbergbau vor Ort kennenzulernen. In unmittelbarer Nachbarschaft zur "Reichen
Zeche" befindet sich die Grube "Alte Elisabeth". Ihre übertägigen Anlagen sind ein Kleinod der Technikgeschichte. Sie ist heute noch zu Ausbildungszwecken für die Studenten der Bergakademie für den
baupraktischen Teil ihres Studiums in Betrieb. In den Fachwerkbauten sind Kesselhaus, Maschinenhaus und Scheidenbank mit bedeutenden technischen Denkmalen untergebracht.
Ein weiteres lebendiges Zeugnis der
einstmals großartigen Bergbaulandschaft ist das einzige im Freiberger Bergrevier erhaltene, originalgetreu rekonstruierte und voll funktionierende Hammerwerk aus dem 16. Jahrhundert.
Ein Muß bei einem
Freiberger Besuch ist der Dom St. Marien mit der Annenkapelle. Einst romanische Basilika und durch den letzten großen Stadtbrand von 1484 zerstört, entstand an gleicher Stelle eine eindrucksvolle spätgotische
Hallenkirche. Aus dieser Zeit stammt auch die in ihrer Art einmalige, nach ihrer Form benannte freistehende Tulpenkanzel des Meisters Hans Witten, für viele das Symbol für Freiberg und seinen Dom. Zu den bedeutenden
noch heute erhaltenen Zeugnissen aus romanischer Zeit zählen die "Goldene Pforte" und die Kreuzigungsgruppe. Doch was wäre der Freiberger Dom ohne die große Silbermannorgel. Sachsens berühmtester
Orgelbaumeister, Gottfried Silbermann schuf dieses barocke Instrument zwischen 1711 und 1714. Der Zyklus der törichten und der klugen Jungfrauen, Skulpturen von Aposteln und Madonnen komplettieren die reiche
Innenausstattung des Doms.
800 Jahre Bergbau haben der Stadt und dem Land nicht nur Reichtum und Wohlstand gebracht, sie haben auch ganz wesentlich die Wissenschaften gefördert. Schon 1765 wurde hier die
berühmte Bergakademie gegründet - seinerzeit die erste montanwissenschaftliche Hochschule der Welt. Ihr Ruf zog viele bedeutende Persönlichkeiten nach Freiberg. Noch heute verfügt die Bergakademie über ein
eigenständiges Ausbildungsprofil mit dem Status einer Technischen Universität. Ihr reicher Sammlungsbestand ist zum Teil Besuchern zugänglich. Die Mineraliensammlung genießt Weltruf und schon längst ist dieser
einmalige Eindruck in die bunte und ästhetische Welt der Minerale kein Geheimtip mehr für Kenner und Liebhaber.
Wenn Sie von den Höhen der Bergwerkshalden oder vom Turm der Petrikirche auf Freiberg und
Umgebung schauen, erkennen Sie einen historischen Stadtkern, wo alles noch Geschichte atmet. Bürgerhäuser mit steilen, hohen Traufdächern, engen Gäßchen, der Obermarkt mit der einmaligen Silhouette des Rathauses -
Zeugnisse der spätmittelalterischen Baukunst.
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