6.6  Freiberg in Sachsen

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Vielleicht lebte hier Joh. Gottfr. Stohn, der geschichtlich älteste Stohn des

Stammbaums “Nachfahren von Joh. Gottf. Stohn” (siehe 2. Stammbäume der

Stohns). Auf jeden Fall lebten hier seine Nachfahren, von Christian Gottlieb Stohn

1789 bis Rudolph Georg Stohn 1890. Außerdem lebte hier der gleichnamige

Johann Gottfried Stohn, der um 1745 geboren wurde.

Weitere Informationen über die Stadt Freiberg findet Ihr unter

Lage und Geschichte. Hier beginnt die Suche nach den weiteren Vorfahren u.deren

Herkunft.

Freiberg Petrikirche

                             5.6.1 Die Lage Freibergs

Freiberg Sachsen Karte 1
Freiberg Karte Sachsen
Sachsen Karte
Freiberg Obermarkt

Freiberg ist eine über 800jährige Bergstadt mit einer reichen Geschichte. Sie liegt zwischen Dresden und Chemnitz am Nordrand des Erzgebirges. Wenige Kilometer nördlich von Freiberg beginnt das mittelsächsische Hügelland.

Als im Jahre 1168 unter Markgraf Otto dem Reichen an der Erdoberfläche erste Silbererzfunde gemacht wurden, ahnte man kaum, daß damit eine der größten Silbererzlagerstätten Europas entdeckt worden war. Markgraf Otto, dem die Geschichtsschreibung wegen des großen Silberreichtums den Namen "Otto der Reiche" gegeben hat, führte die Bergfreiheit ein und gründete am Ort des ersten Erzfundes eine "Stadt auf dem freien Berge". Die Bergfreiheit wurde namensgebend für die Stadt Freiberg.

Im Osten der Stadt erstrecken sich heute die Haldenzüge des Lehr- und Besucherbergwerkes "Reiche Zeche". Hier, wo bis 1969 noch Bergbau umging, besteht für den Touristen die Möglichkeit, den historischen Silberbergbau vor Ort kennenzulernen. In unmittelbarer Nachbarschaft zur "Reichen Zeche" befindet sich die Grube "Alte Elisabeth". Ihre übertägigen Anlagen sind ein Kleinod der Technikgeschichte. Sie ist heute noch zu Ausbildungszwecken für die Studenten der Bergakademie für den baupraktischen Teil ihres Studiums in Betrieb. In den Fachwerkbauten sind Kesselhaus, Maschinenhaus und Scheidenbank mit bedeutenden technischen Denkmalen untergebracht.

Ein weiteres lebendiges Zeugnis der einstmals großartigen Bergbaulandschaft ist das einzige im Freiberger Bergrevier erhaltene, originalgetreu rekonstruierte und voll funktionierende Hammerwerk aus dem 16. Jahrhundert.

Ein Muß bei einem Freiberger Besuch ist der Dom St. Marien mit der Annenkapelle. Einst romanische Basilika und durch den letzten großen Stadtbrand von 1484 zerstört, entstand an gleicher Stelle eine eindrucksvolle spätgotische Hallenkirche. Aus dieser Zeit stammt auch die in ihrer Art einmalige, nach ihrer Form benannte freistehende Tulpenkanzel des Meisters Hans Witten, für viele das Symbol für Freiberg und seinen Dom. Zu den bedeutenden noch heute erhaltenen Zeugnissen aus romanischer Zeit zählen die "Goldene Pforte" und die Kreuzigungsgruppe. Doch was wäre der Freiberger Dom ohne die große Silbermannorgel. Sachsens berühmtester Orgelbaumeister, Gottfried Silbermann schuf dieses barocke Instrument zwischen 1711 und 1714. Der Zyklus der törichten und der klugen Jungfrauen, Skulpturen von Aposteln und Madonnen komplettieren die reiche Innenausstattung des Doms.

800 Jahre Bergbau haben der Stadt und dem Land nicht nur Reichtum und Wohlstand gebracht, sie haben auch ganz wesentlich die Wissenschaften gefördert. Schon 1765 wurde hier die berühmte Bergakademie gegründet - seinerzeit die erste montanwissenschaftliche Hochschule der Welt. Ihr Ruf zog viele bedeutende Persönlichkeiten nach Freiberg. Noch heute verfügt die Bergakademie über ein eigenständiges Ausbildungsprofil mit dem Status einer Technischen Universität. Ihr reicher Sammlungsbestand ist zum Teil Besuchern zugänglich. Die Mineraliensammlung genießt Weltruf und schon längst ist dieser einmalige Eindruck in die bunte und ästhetische Welt der Minerale kein Geheimtip mehr für Kenner und Liebhaber.

Wenn Sie von den Höhen der Bergwerkshalden oder vom Turm der Petrikirche auf Freiberg und Umgebung schauen, erkennen Sie einen historischen Stadtkern, wo alles noch Geschichte atmet. Bürgerhäuser mit steilen, hohen Traufdächern, engen Gäßchen, der Obermarkt mit der einmaligen Silhouette des Rathauses - Zeugnisse der spätmittelalterischen Baukunst.
 

 

Freiberg Karte 2
Freiberg Dom St. Marien
Freiberg 8
Freiberg Rathaus

                             5.6.2 Die Geschichte Freibergs

1150/60 Besiedlung der Gegend um Freiberg, Christiansdorf entsteht.   um 1168 Entdeckung silberhaltiger Erzgänge und Ansiedlung von Bergleuten.  nach 1171 Bau der Burg und Stadtmauer.   um 1186 Stadterhebung.  um 1202 Erste urkundliche Erwähnung des Namens Freiberg.  um 1225Größte Stadt in der Markgrafschaft Meißen, sie hat 5 Kirchen und 3 Klöster.   um 1230 Errichtung der "Goldenen Pforte" in der Marienkirche, ältestes Statuenportal Deutschlands.  1244Erste Erwähnung der Münzstätte.  1400 Erste Erwähnung der Häuerknappschaft.  1484 Letzter großer Stadtbrand.  um 1500Ulrich Rülein von Calw verfaßt das "Bergbüchlein", die erste montanwissenschaftliche Schrift.   1505-39 Residenzstadt unter Herzog Heinrich.  vor 1505 Die Tulpenkanzel von Hans Witten wird im Dom errichtet.  1537 Einführung der Reformation.   1542 Das Oberbergamt wird gegründet.  um 1560. Es gibt 40 Handwerksinnungen.   um 1566-79 Umbau der Burg Freudenstein zum Renaissanceschloß.1588-94 Ausgestaltung der kurfürstlichen Begräbniskapelle im Dom durch G.M. Nosseni.  1632 Notstand im Dreißigjährigen Krieg, die Stadt wird von kaiserlichen Truppen eingenommen.1639 und 1642/43 Die Stadt verteidigt sich erfolgreich gegen die Schweden.  1693 Gründung der Manufaktur für leonische Waren.  1711-14 Gottfried Silbermann baut die große Domorgel.  1756 Im Siebenjährigen Krieg große Lasten durch preußische Besetzung, Rekrutierung und Kontribution.1762 Sieg der Preußen in der Schlacht bei Freiberg.  1765 Gründung der Bergakademie, erste montanwissenschaftliche Hochschule der Welt.   1767-68 J.F. Mende errichtet die erste Wassersäulenmaschine in Sachsen.   1790 Gründung des Freiberger Schauspielhauses.  1844-77 Bau des Rothschönberger Stollns (eines der längsten Grubenentwässerungssysteme der Welt).  1816-77 Abriß der 5 Stadttore.   1913 Einstellung des Bergbaus.  1937 Neuaufnahme des Bergbaus.   1969 Endgültige Einstellung des Bergbaus.

 

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